Auszeit nehmen - eine Herausforderung für sich

Es gibt viel zu tun. Ich arbeite schnell, konzentriert, effizient - und zu meinem Erstaunen: es klappt. Ich schaffe mehr und noch mehr, bin trotz Zeitdruck kreativ und innovativ. Was mich allerdings erstaunt, ist der Umstand, dass die Arbeit nicht weniger wird. Sie rutscht wie Sand nach, türmt sich auf und verstellt mir die Sicht. Verstellt die Sicht? Die Sicht worauf?

In den ersten Urlaubstagen nehme ich mir ausgiebig Zeit zu schlafen, in Romanen zu schmökern, mich von Filmen in fremde Welten entführen zu lassen usw. Manchmal taucht dann die Frage auf: "und ..., willst du das in den nächsten Wochen so weiterführen?" Ich kann mir durchaus ein abwechslungsreiches Reiseprogramm zusammenstellen, kombiniert mit Festen und Einladungen an Verwandte und Freunde. Darauf zielt diese unbequeme Frage aber gar nicht ab.

Sie gibt mir einen Anstoß dem Raum zu geben und nachzuspüren, was neben Arbeiten und Leistungsfähig-Sein mein Leben sonst noch ausmacht: Welcher Rhythmus von Anregung und Entspannung tut mir gut? Habe ich den Mut, mich mit offenen Armen beschenken zu lassen und bei welcher Gelegenheit möchte ich selbst gerne Freude bereiten? Wo steuere ich und wann gebe ich mich der Chance des nächsten Augenblicks hin? Welche meiner Hobbies verstauben in fest verschlossenen Kisten und warten auf Frischluft und neues Experimentieren?

Auszeiten beinhalten für mich die Chance eines "Moduswechsels": ich darf vor mir selbst ausprobieren weniger zu funktionieren und mehr zu sein. Dadurch kann sich etwas verändern an diesen paar Urlaubswochen und Feiertagen, vielleicht sogar an mir.

Dr.in Monika Udeani - Leharstraße 10, 4020 Linz - +43 (0) 676 49 34 103 - info@organisationsberatung-udeani.at