1. Den Möglichkeitsraum erkunden

Auf der Suche nach Lösungen lohnt es sich, sich daran zu erinnern, dass selbst scheinbar klar begrenzte Räume unzählige Möglichkeiten enthalten.

Nehmen wir als Beispiel für einen Raum ein konkretes Zimmer in meiner Wohnung. Wenn mich jemand fragt, was denn in dem Raum sei, beginne ich aufzuzählen: ein Bett mit einem Kästchen, eine Stehlampe, ein Schiebetürenschrank, ein kleiner Tisch mit zwei Sesseln. − Ist das denn wirklich alles? − Naja, da sind noch die Deckenlampe, die Bilder an der Wand, der Vorhang vor dem Fenster, der Holzboden und die Tür. Das wäre es dann aber auch. − Ist es das wirklich schon? − Ok, in meinem Schrank sind ziemlich viele Dinge, v.a. meine Kleidung, aber auch die Dekoschachteln für Ostern, Weihnachten ... Wenn es schon so penibel sein muss: Eine Fliege brummt am Fenster und möglicherweise ist da auch noch das eine oder andere kleine Wesen in meinem Zimmer, von dem ich lieber nichts weiß. Ich rieche den Kuchenduft aus der Küche, ich höre die Klavierklänge meines Nachbarn aus dem Untergeschoß und das Schreien und Lachen der Kinder draußen auf dem Spielplatz, ich spüre den Wind zum Fenster hereinwehen. − Du hast da noch was recht Großes übersehen! − Tatsächlich, da gibt es noch mich, die ich da auf meinem Bett sitze, ein- und ausatme, die Luft im Raum in ihrer Zusammensetzung verändere ...

Nehmen wir einmal an, ich würde für alles, was ich hier aufgezählt habe, einen Punkt auf ein Blatt Papier zeichnen, so hätte ich unzählige Konstellationen vor mir: Punkte die einander näher liegen, andere weiter entfernt, manche, die sich überlagern ... und zumindest einen Punkt für mich selbst.  Lösungen haben etwas damit zu tun, dass ich anfange diese "Punkte" mehr und mehr in ihrer Verflochtenheit zu erfassen und  zu erwägen, die eine oder andere Konstellation mehr zu nützen oder zu gestalten. Jede Veränderung meinerseits hat in sich die Möglichkeit, eine Vielzahl von Veränderungen nach sich zu ziehen − ohne dass ich mit Bestimmtheit sagen könnte, welche das sein werden. Aber: Ich kann ausprobieren, ob sie in die von mir gewünschte Richtung führen.

Indem ich meine Aufmerksamkeit skaliere,  mich dafür öffne, genauer  hinzuschauen und wahrzunehmen, tun sich immer mehr Verflochtenheiten und damit auch Lösungsansätze auf. Die Lösung liegt im System, sie wartet darauf gefunden zu werden.

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Dr.in Monika Udeani  /  Leharstraße 10, 4020 Linz  /   +43 (0) 676 49 34 103   /   info@organisationsberatung-udeani.at